Auch in diesem Jahr fand natürlich wieder der Jugendaustausch zwischen Hettstadt und Argences statt. Nachdem im letzten Jahr viele Jugendliche zum ersten Mal teilgenommen hatten, war die Motivation zum Gegenbesuch besonders groß. So machten sich 17 Jugendliche mit 3 Betreuern erwartungsvoll auf den Weg. Die Niederlage Frankreichs gegen Deutschland im WM-Viertelfinale am Vortag sollte sich dabei nicht als Hindernis für eine tolle Woche in der Normandie herausstellen.

Nach der Anreise über die Nacht wurden wir mit einem kurzen Frühstück begrüßt, bevor es in die verschiedenen Gastfamilien ging. Dort war allerdings kein langes Ausruhen angesagt, denn am Mittag trafen wir uns mit den Familien an der Landungsküste in Arromanches. In einem 360°-Kino sahen wir einen emotionalen Film über die Geschehnisse im Sommer 1944, als die Alliierten an der Atlantikküste landeten und von hier aus die Befreiung Europas starteten. In Arromanches sind noch heute die Überreste des künstlichen Hafens zu sehen. Im Anschluss an den Film blieb genügend Zeit, um den Nachmittag an der Landungsküste zu verbringen.

Am nächsten Tag stand das Thema Pferd auf dem Programm, ist die Normandie doch bekannt für die Pferdezucht und Caen in wenigen Wochen Gastgeber für die Weltreiterspiele. Nach deutsch-französischen Sprachspielen ging es am Nachmittag auf einen Reiterhof, wo sich ein Großteil auf den Pferden versuchte, die allerdings nicht immer das taten, was sie sollten. Dennoch sorgte das Reiten für viel Spaß, der Besuch des Wertstoffhofes in Moult am nächsten Tag sorgte da doch für mehr Langeweile. Dort konnten wir uns vor allem ein Bild davon machen, was Mülltrennung in Frankreich bedeutet und wie viel weiter Deutschland in dieser Hinsicht schon ist.

  • 2014: Argences
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Am Nachmittag konnten wir die Regenpausen geschickt nutzen, um zu picknicken und einen Rundgang durch die Innenstadt von Falaise, dem Geburtsort von Wilhelm dem Eroberer, zu machen. Anschließend besichtigten wir das Schloss aus dem 11. Jahrhundert, das sowohl über einen modern gestalteten Haupteingang verfügt, als auch über einen interaktiven Rundgang mit der Hilfe von Tablets. Nachdem am Vorabend ein gemeinsamer Crêpe-Abend stattgefundenn hatte, ging es diesmal um das Bogenschießen, das unter fachkundiger Anleitung geübt werden konnte. Spätestens nach dem Gruppenfoto verabschiedete sich jedoch der Großteil eilig, um pünktlich zum Halbfinale gegen Brasilien vor dem Fernseher zu sitzen.

Am Mittwoch war ausnahmsweise mal nicht das wechselhafte Wetter dafür verantwortlich, dass wir nass wurden, denn es ging in das neue Hallenbad von Argences. Die für Gruppen obligatorischen Badekappen wurden für fast alles genutzt, aber nur in den seltensten Fällen, um sie sich über den Kopf zu ziehen. Die Pfiffe der Bademeister hielten sich trotzdem in Grenzen. Das abschließende Staffelrennen diente schon zur Einstimmung auf den Nachmittag, als eine Olympiade in der Sporthalle angesetzt war. Nachdem sich die gemischten Teams Namen und eine möglichst kreative Geschichte ausgedacht hatten, wurden Sportlichkeit und Geschicklichkeit getestet. Wer sich am Ende die Goldmedaille sicherte blieb allerdings offen, schließlich stand der Spaß im Vordergrund. Der Teletubby-Distrikt und das Schralaffenland waren zumindest heiße Anwärter.

Für den letzten Tag war die Stadtrallye durch Caen angesetzt, die anders als noch beim letzten Mal tatsächlich stattfinden konnte - dem Wetter sei Dank! Anhand eines Fragebogens mit Wegbeschreibung wurde die historische Altstadt nach Hinweisen auf die Geschichte durchkämmt. Natürlich spielte Wilhelm der Eroberer dabei eine wichtige Rolle. Als alle Gruppen die Rallye erfolgreich bewältigt hatten, gab es ein Picknick am Fuße der Burg und anschließend Freizeit zum Shoppen in der Innenstadt.

Nach dem traditionellen Barbecue mit allen Familien, stand schließlich die Rückfahrt am nächsten Morgen bevor. Auch wenn es im Vorfeld immer alle abstreiten, gab es doch wieder einige Tränen beim Abschied. Die lange Busfahrt nutzten die Mädels, um in einem Gedicht die Highlights der Woche zusammenzufassen. Es gibt allerdings eine gute Nachricht: auch im nächsten Jahr wird es einen Jugendaustausch geben, der dann wieder in Hettstadt stattfinden wird.

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